Weilheim. Seit zehn Jahren sind die Demenzwohngemeinschaften in Weilheim ein besonderer Ort für Menschen mit Demenz. Dieses Jubiläum wurde am vergangenen Samstag gemeinsam mit den dort lebenden Menschen, ihren Angehörigen und ehemaligen Angehörigen, Mitarbeitenden und zahlreichen Wegbegleitern bei strahlendem Sonnenschein gefeiert.
Zu den Gästen gehörten Landrat Dr. Johann Bertl, Bürgermeister Tillmann Wahlefeld, der Vorstand der Alzheimer-Gesellschaft Burkhard Hartmann, der stellvertretende Bezirkstagspräsident Michael Asam sowie der Vorstand des kath. Amb. Krankenpflegevereins Erich Gehrmann als Vertreter der Gesellschafter der Ökumenischen Sozialstation.
Landrat Dr. Johann Bertl würdigte in seinem Grußwort die Bedeutung sozialer Angebote im Landkreis. Die Ausgaben für den Sozialhaushalt gehörten zu den größten Ausgabenbereichen des Landkreises. Vieles davon werde in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, sei aber für das gesellschaftliche Miteinander und für die Unterstützung von Menschen in schwierigen Lebenssituationen von großer Bedeutung. Die Demenzwohngemeinschaften seien ein Beispiel dafür, wie soziale Verantwortung konkret gelebt werden könne.
Auch Bürgermeister Tillmann Walefeld gratulierte herzlich zum zehnjährigen Bestehen. Er erinnerte an seinen Besuch in der Einrichtung und schilderte die angenehme und wohltuende Atmosphäre, die er dort erlebt habe. Die Einrichtung sei ein Ort, an dem man sich wohlfühlen könne. Mit einem Augenzwinkern blickte er bereits auf die „Volljährigkeit“ der Wohngemeinschaften und wünschte sich, dass deren erfolgreiche Entwicklung auch in den kommenden Jahren fortgesetzt werden könne.
Von der Idee zum gemeinsamen Zuhause
Wie viel Arbeit, Engagement und gemeinsames Planen hinter den zehn Jahren stehen, wurde im Rückblick von Frau Vlasta Beck (Moderatiorin der Maro Genossenschaft) sowie Jutta Ruffing, der ersten Gremiensprecherin, deutlich. Sie berichteten von den Anfängen und davon, wie viele Fragen und Herausforderungen beim Aufbau der Wohngemeinschaften zunächst gemeinsam gelöst werden mussten.
Mit der Zeit entstand daraus weit mehr als eine Wohnform: ein Zuhause, in dem Menschen mit Demenz ihren Alltag möglichst selbstbestimmt gestalten können und in dem Gemeinschaft eine zentrale Rolle spielt.
Dabei sind es oft die kleinen, regelmäßigen Dinge, die das Leben in der Wohngemeinschaft prägen. Der gemeinsame Freitagnachmittagskaffee, jahreszeitliche Feste und viele spontane Begegnungen gehören ebenso dazu wie die alltäglichen Gespräche und gemeinsamen Aktivitäten. Aus den vielen einzelnen Momenten sind über die Jahre zahlreiche schöne Erinnerungen entstanden.
Gemeinsam feiern und Erinnerungen teilen
Beim Jubiläumsfest standen deshalb nicht nur die vergangenen zehn Jahre im Mittelpunkt, sondern vor allem die Menschen, die diesen besonderen Ort mit Leben füllen. Aktuelle Angehörige, ehemalige Angehörige, Mitarbeitende und Wegbegleiter kamen zusammen, tauschten Erinnerungen aus und freuten sich über das Wiedersehen.
Auch für Abwechslung war gesorgt: Die Rikscha der Ökumenischen Sozialstation drehte ihre Runden und bot den Bewohnerinnen und Bewohnern die Möglichkeit, gemeinsam mit ihren Begleitern die Umgebung zu erkunden. Das Angebot wurde mit großer Freude angenommen.
Bei Kaffee, guten Gesprächen und in entspannter Atmosphäre wurde deutlich, was die Demenzwohngemeinschaften in den vergangenen zehn Jahren ausmacht: ein gemeinsames Miteinander, getragen von Angehörigen, Mitarbeitenden, Ehrenamtlichen und Kooperationspartnern.
Zehn Jahre Demenzwohngemeinschaften sind deshalb nicht nur ein Jubiläum einer Einrichtung. Sie sind vor allem zehn Jahre gelebte Gemeinschaft, Verlässlichkeit und menschliche Nähe – und ein Anlass, dankbar zurückzublicken und zugleich zuversichtlich nach vorne zu schauen.